Saturday, January 16. 2010
Vor vielen Jahren musste sich mal mit dem Zug zum Augenarzt fahren. Mit vielen Jahren meine ich wirklich eine ganze Reihe von Jahren: Ich bin mir etwas unsicher wann das war, aber es war kurz nach der Einführung der Interregios. 20 Jahre denke ich, mindestens 18 Jahre. Darauf will ich aber garnicht hinaus.
Auf der Rücktour bin ich mit einem Interregio gefahren. Irgendwer muss kurz vorher darin gesessen und Butterkuchen gegessen haben. Es roch auf jeden Fall sehr stark danach im Zug. Was ich ziemlich spannend finde: Wir schreiben das Jahr 2010, zwanzig Jahre Bahnfahren liegen hinter mir mit angenehmen und unangenehmen Geruchsempfindungen und man hat immer noch den Duft von Butterkuchen in der Nase, wenn man einen der wenigen noch verkehrenden Züge mit Interregio-Mobiliar betritt. Die Erinnerung ist schon eine sehr merkwürdige Erfindung.
Sunday, January 10. 2010
Was ich ja am meisten hasse, sind diese knapp 20-jährigen Intelligenzverweigerer aus Gewissensgründen, die in ihrer Gruppe auf dem Bahnhof erstmal laut tönen "Bahn - zu blöd einen Zug in den Schienen zu halten". Ich hoffe Beschränktheit schmerzt nicht allzusehr ...
Friday, September 18. 2009
Irgendwie ist das Fahren mit der S-Bahn wirklich erheiternd. Naja ... erheiternd ist vielleicht das falsche Wort. Vielleicht passt es besser, das man das ganze nur mit einem erheblichen Grad an simulierter Erheiterung ertragen kann.
Schoenes Beispiel ist die Reklame: Ich frage mich ja, ob die Werbung darauf basiert, das den Grund, warum sie in der S-Bahn sitzen total für den Eimer finden: Nämlich die Arbeit zu der sie gerade transportiert werden. Und da werden auch wirklich interessante Angebote gemacht. Eines der besonders teuren Fitness-Clubs hat wohl eine Akademie aufgemacht ... Fitness-Manager. Personal Trainer. Geräte Instruktor. Ich frage mich was man da lernt. Vermutlich lernen Männer zwei Stunden pro Woche Frauen auf den Hintern zu gucken, während sie eigentlich aufpassen sollen, das die Leute sich nicht mit Fehltraining das bisschen Rückenmuskulatur verbiegen, das sie ohnehin nur haben. Frauen lernen in einem dreistündigen Kurs, wie sie amüsiert über etwas beleibtere Frauen lächeln und unauffällig lästern können, die sich gerade versuchen die Pfunde runterzuarbeiten.
Das beste habe ich dann aber heute morgen gelesen: Coffeemanagement. Ja, und damit ist nicht gemeint, es zu managen, seinen Coffee ins Telephon zu schütten. Das kann ich auch so. Bevorzugt mit caramelhaltigen Kaffeemichgetränken. Ich habe erst gedacht, ich bräuchte jetzt wirklich eine Brille und der Mitbürger mit Migrationshintergrund hat sich schon pikiert gezeigt, das ich auf die Scheibe, vor der er sass, so lange geguckt habe. Da stand wirklich "Coffee-". Ich halte das ja für ein Orchideenfach wie bryzantinische Numismatik. Ob das jemand studiert? Und warum studiert das jemand? Die werden schon wissen, was sie tun. Vielleicht um als Kaffeebereiter nicht ganz so neben dem gelernten Job zu arbeiten, wenns denn nach dem Studium nichts mit dem Traumjob geworden ist.
Ein Plakat, das ich auf jeden Fall noch von der Wand reissen werde, wenn ich Lust darauf habe, in der Hab-mich-Lieb-Jacke abgeführt zu werden, hängt in der S-Bahn-Station Hammerbrook: "Die Mercures - Sie haben ewige Gastfreundschaft geschworen". Aha. Was macht man da so? Naja ... seine Lebensaufgabe darin sehen, Karten zu verteilen. Jaahhaaaa .... es gibt einen Mr. City Map da. Genauso wie einen Mr. Memory, der sich am Kopf reibt, wenn er angestrengt auf den Monitor blickt, um zu sehen, das man letztes mal die Suite ruiniert, den Fernseher von der Wand gerissen und Dusche und Toilette in ihrer Verwendung verwechsel hat. Den Blick von Ms. Welcome kann ich mir nicht erklaeren. Ganz komischer Blick ... verbinde ich eigentlich eher mit "Was willst Du kleiner Scheisser hier? Seemannsmission ist hier nicht." denn mit "Herzlich willkommen. Wie kann ich Ihnen helfen?"
Gastfreundschaft ist für mich was anderes als einen Kringel auf eine Karte zu malen, der sich nur grob in der Gegend des Ortes sucht. Gastfreundschaft ist für mich der etwa 60 jahre alte ... hmmm ... ich nenns mal Concierge in einem Hotel in London, der mir nach 5 Sekündigen Nachdenken genau sagen konnte, wie ich zu einer Addresse kommen würde und mir das auf Deutsch kurz notiert hat (mein Englisch ist unüberhoerbar deutsch ... kennen die Leute wohl von Rammstein). Inkl. Underground-Stationen und Umstieg. Da war ich ehrlich sehr erstaunt. Da denkt man dann: Dat is ja man cool ...
Ich bin dann heute nachmittag einfach nach Hause gelaufen, naja eher marschiert. Sind nur dreieinhalb Kilometer. Ich wollte einfach mal 30 Minuten keinen Schwachsinn um mich rum haben. Da faellt mir übrigens ein: Die freundliche Kaffeebereiterin aus meinem präferierten Kaffeeladen (man versteht sich blind, deswegen glauben Kollegen vereinzelt, sie hätten Höraussetzer, nein ich sage wirklich nicht mehr was ich will ... ) ist mir dabei über den Weg gelaufen. Ob sie wohl studiert hat oder gerade studiert ... und was. Aber ich bekomme ja nur hier im Blog meinen Mund auf
Monday, July 20. 2009
Zwar war meine Rückfahrt durch einen Arbeitstag unterbrochen worden, da das aber irgendwie immer noch zur Rückfahrt der Bahnreise vom Wochenende gehört, noch mal eine kurze Geschichte dazu: Irgendwelche Volltrottel meinten heute, den Citytunnel unter der Binnenalster in Richtung Altona als Fussgängertunnel zu benutzen. Folge: Grossflächige Stromabschaltung, damit die Polizei dort gefahrlos rein kann (und nebenbei die Idioten nicht gebraten werden), ebenso grossflächige Verspätungen. Ich frage mich gerade, was in einem Kopf vorgehen muss, um in diesen Tunneln eine gute Abkuerzung zu sehen ....
Saturday, July 18. 2009
Es ist zwar mittlerweile ein PAL, da ich in Bremen umsteigen musste, aber der IC, mit dem ich eben gefahren bin, ist echt vom Pech verfolgt. Wie eben schon geschrieben, musste eine Waggon ausgekoppelt werden. Ich weiss mittlerweile, das dies wegen einer sich nicht mehr schliessenden Tür erfolgen musste.
7 Minuten vor Bremen: "Wegen einem Leichenfund zwischen Bremen und Osnabrück ist die Strecke bis auf weiteres gesperrt". Gelächter, ungläubige Blicke. Ich denke mir "Ist doch garkein Suicide Monday".
4 Minuten vor Bremen: "Wegen einer Streckensperrung hält dieser Zug nicht in Osnabrück und Münster". Tumult, ein Familienvater sucht nach der Notbremse, findet diese aber nicht.Sowas nennt man wohl blankliegende Nerven ...  Gut, das er sie nicht gefunden hat, sonst wuerden wir jetzt mit dem Zug in einem Bremer Vorort stehen.
Saturday, July 18. 2009
War ja wieder klar. Da freut man sich viereckig, das man einen Sitzplatz mit Tisch und Steckdose findet, dann verreckt den Leuten einer der Waggons. Weiterfahrt unbestimmt verspätetet. Man will natürlich intelligent sein, laeuft zum Metronom, aber auch der wird mit etwa 20 Minuten angekündigt. Also wieder zurück zum IC. Logischerweise ist der gute Sitzplatz weg. Plan C: bahn.comfort-Hotline anrufen. Schon mal reservierung für den Folge-IC besorgen. Dummerweise war das wohl auch der Plan C anderer Leute. Zug vollständig ausreserviert. Nun: Der defekte Waggon wird gerade entfernt. Ich guck mal, wann das hier weitergeht.
Tuesday, April 21. 2009
Ich bin der Lufthansa so unendlich dankbar, das man in den Fliegern nicht telephonieren darf. In einer selten Übereinstimmung von Vorurteil und Realität hat eine stark überschminkte Dame im rosafarbenen Mantel im ICE nach Berlin ihre Meinung über eine Auszubildende kund getan, über Internas der Firma geplaudert und und und. Eigentlich schon abmahnreif.
Friday, October 24. 2008
Die Geschichte mit dem Kind, das von einer Fahrkartenkontrolleurin aus dem Zug geworfen worden ist, ist ja schon durch die Presse gegangen. Fefe berichtet jetzt in seinem Blog ueber weitere Einzelheiten: [...] stellt sich raus, dass die Bahn seit ein paar Monaten Geldprämien für erwischte Schwarzfahrer vergibt. Das würde natürlich erklären, wieso das Bahnpersonal das Kind rausgekantet hat, obwohl sie vorher noch einem Schwerbehinderten geholfen hat und der sie auf seinem Ticket kostenlos mitnehmen konnte und wollte.[..] Es bleibt zu hoffen, das eine Person mit so wenig Augenmass dem Arbeitsmarkt möglichst bald wieder zur Verfügung gestellt wird.
Das Kundenbindung nur sekundäres Ziel bei der Bahn ist, ist mir in letzter Zeit auch wieder häufiger aufgefallen. So hat mir eine Zugbegleiterin versucht zu erklaeren, das ein Aufzahlen einer Fahrkarte ohne IC-Zuschlag auf ein Ticket mit IC-Zuschlag im Zug nicht mehr moeglich ist. Das ist insbesondere dann dümmlich, wenn man am Abfahrtsbahnhof keine IC-Tickets mehr erhalten kann, weil man nach der Schliessung des Fahrkartenschalters auch dem Fahrkartenautomaten diese Funktion genommen hat. Begründung war: Die Software der Handheldterminals gibt das nicht her.
Man hat sich dann nach einem Streitgespraech darauf geeinigt, das Problem anders zu loesen. Es ist da vorteilhaft, wenn man noch vielzuviele alte Fahrkarten in der Geldboerse hat.
Friday, October 17. 2008
Man mag sich ja fragen, ob die Zugehörigkeit eines Menschen in eine bestimmte Alterskohorte dafür sorgt, das man einen besonders wirren Klamottengeschmack entwickelt.
Continue reading "Sieben Uhr morgens ... in Deutschland ... am Bahnhof"
Wednesday, September 10. 2008
I´m on my way to Wilhelmshaven for a customer meeting. 10 minutes delay at the moment because of an "emergency doctor deployment on the track" at the small village Wüsting. Emergency doctor deployment is an euphemism for searching the pieces of a suicide from the train between the track sleepers. It wasn´t the train i´m using, but now all delayed trains try to use the two track between Bremen and Oldenburg at the same time ..
Update: The track is blocked again ... the fire department needs access to the tracks again ... i assume the didn´t found all pieces ...
Tuesday, June 3. 2008
10 Jahre ist es schon her: Am 3. Juni 1998 starben 101 Menschen in den Trümmern des ICE 884, oder wie es auf der Gedenktafel steht "Der Lebensweg dieser 101 Menschen endete in der Zugkatastrophe von Eschede.". Heute um 21:45 läuft im Dritten ein sehr guter Film ueber die Katastrophe. Dieser wurde am 30.5 schon im Ersten gezeigt, wer die Sendung da nicht verfolgt hat, kann sich also heute den Film noch mal angucken. Am erschütternsten ist die Szene, in der ein Angehöriger davon berichtet, das der Bestatter unter Tränen darum gebeten hat, das man nicht in den Sarg der Frau und Kinder guckt.
PS: Warum ich darueber hier schreibe? Ich finde das diese Katastrophe Technikern zeigt, das egal wieviel Aufwand sie in etwas stecken, es immer irgendwo noch etwas gibt, das in einer Kettenreaktion im Desaster enden kann. Deswegen sollte man sich damit beschäftigen.
Sunday, June 1. 2008
Wenn man nur lange genug mit der Bahn fährt, entwickelt man eine gewisse Abgebrühtheit, was Selbstmörder auf der Strecke angeht. Seit der "Rest in pieces"-Vorbeifahrt auf Höhe Krupunder sowieso vor einigen Wochen sowieso.
Anderen geht das ein wenig ab wie es scheint. Vielleicht hätte ich auf die Frage der jungen Frau "Wann es wohl weitergeht?" aber auch nicht lächelnd mit "Naja, hängt davon ab, wie weit sich die Person verteilt hat..." antworten sollen. Warum ich dann nicht mehr angelaechelt wurde verstehe ich jetzt irgendwie nicht ....
PS: Meine persönliche Statistik ist jetzt: Verzögerungen wegen 17 Selbstmördern, ein Unfall in Spandau und ein Reh in 7 Jahren.
Monday, May 19. 2008
... die ältere, distinguierte Dame im schwarzen Businesskostuem, die eine Sitzreihe vor mir ins Telephon sprach: "... dann ist die Terminplanung für den Arsch" ...
Monday, May 12. 2008
Was passiert, wenn ein Zug ausfaellt (okay, unbestimmt verspätet, das ist das gleiche wie ein Ausfall, war wohl trotz Feiertag wieder Suicide Monday) und sich dann die Passagiere, die eigentlich eine Fahrt im IC geplant haben, auch noch in einen ohnehin regelmaessig sehr vollen Regionalexpress quaelen muessen. Genau ... Vollkontaktbahnfahren. Wäre dieser Zug an einer Kontrolle für Viehtransporte vorbeigefahren, waere wahrscheinlich der Zug ausser Verkehr gezogen worden.
Oben stehen, unten stehen, auf den Treppen stehen, im Eingang stehen, im Ausgang stehen, vorm Klo stehen und dazwischen die gluecklichen die eine Stufe, eine Lehne oder gar einen Sitz ergattert habe. Dann dazwischen die Leute, die gezwungenermassen ihr Gepack auf einen Sitz stellen muessen, weil die Bahn in ihrer unendlichen Weissheit Zuege bestellt hat, die ueber keine nennenswerten Kofferablagen verfuegt. Die heutige Fahrt war echt zum Abgewoehnen. Ich weiss schon, warum ich versuche zu den Zeiten nach Oldenburg zu fahren, bei denen beide Streckensegmente mit IC befahren werden. Wenn sie denn fahren ...
Tuesday, April 15. 2008
Ich werde den Tag nicht mehr erleben, an dem der gemeine S-Bahnfahrer endlich lernt, das man sich nicht genau vor die Tür der S-Bahn stellt um auszusteigen, während die im Zug befindlichen Personen noch dabei sind, aus dem Einstiegsbereich zu quellen ...
|